Archive for September, 2011

Hollywood, Mekka der westlichen Filmwelt. Sinnbild eines leichten Lebens ohne Sorgen und die Garantie auf ein Happy-End. Zentrum von kreativen Ideen, extrovertierten Spinnern, begabten Fantasten und hoffnungslosen Romantikern. Die Traumfabrik. Doch sind es einzig und allein die fesselnden Geschichten, die uns in die roten Samtsessel der Kinosäle ziehen oder unterliegen wir doch dem Kalkül der Produzenten, die durch eine optimale Kombination aus teuren Special-Effekts, bekannten Seriennachfolgern und nackten Tatsachen der jeden Film zum Kassenschlager machen können? Können sie den Erfolg am Reißbrett konstruieren?

Nein. Denn jeder Kinofilm muss individuell produziert, distribuiert und vermarktet werden. Das unterscheidet ihn von vielen anderen Produkten. Er kann nicht wie Automobile am Fließband produziert und nicht wie Lebensmittel gebündelt verschickt werden. Er ist eine Innovation. Er bringt schon vor dem Filmstart enorme Kosten für die Bezahlung der Autoren, Regisseure und Schauspieler, die technische Durchführung der Produktion und die medienwirksame Vermarktung mit sich. In ihn werden nicht selten Millionenbeträge investiert, bevor auch nur ein Euro Umsatz gemacht werden kann. Er ist ein Risiko. Und letztendlich immer noch Geschmackssache.

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Und Ja. Für Filmproduzenten und Kinobetreiber ist es dementsprechend wichtig, so frühzeitig und exakt wie möglich Prognosen über den erwarteten Erfolg zu generieren und Erfolgsfaktoren zu identifizieren. Aus diesem Grund wird auch in der Traumfabrik die empirische Forschung als Grundlage für Management-Entscheidungen genutzt, und kritisch hinterfragt: Was genau macht einen Film zum Erfolg?

Dabei stellt sich zunächst die Frage, welche Elemente der Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik den Kinoerfolg beeinflussen. Ist George Clooney wirklich ein Garant für Erfolg? Sind Actionfilme erfolgreicher als Horrorfilme? Beeinflussen Kritikermeinungen den Kinoerfolg? Antworten auf diese und viele weitere Fragen geben diverse empirische Studien. Mit Hilfe von Regressionsmodellen können Einflüsse geschätzt und anschließend Empfehlungen für die umsatzmaximale Allokation des Marketingbudgets eines Films gegeben werden.

Die Festlegung der Vermarktungsstrategie ist allerdings kein statischer Prozess. Der Filmmarkt unterliegt einer enormen Dynamik: Jede Woche kommen neue Filme in die Kinos, entstehen neue Hypes, beeinflussen andere externe Faktoren den Erfolg eines Films. Umso wichtiger erscheint es, auch den Erfolgsverlauf über die Zeit zu untersuchen. Hier setzt die empirische Forschung an und untersucht mit Hilfe von Diffusionsmodellen, welche Faktoren den Erfolg eines Films in verschiedenen Kinowochen beeinflussen. Die Ergebnisse eröffnen nicht nur die Möglichkeit, gezielte Marketingentscheidungen zu treffen, sondern z.B. auch das Angebot an Leinwänden dynamisch an den Erfolgsverlauf des Films anzupassen.

Der Beitrag, den der Verkauf und der Verleih eines Films auf DVD am Gesamtumsatz ausmachen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Heute machen DVD-Verkäufe schon über 50% des Gesamtumsatzes aus. Die Betrachtungsebene muss also so erweitert werden, dass die sequentielle Filmvermarktung, d.h. der Release eines Films in mehreren Channels in der Reihenfolge ihrer Profitabilität (Kino, DVD, Pay-TV, Free-TV), mit in Betracht gezogen wird. Dabei sind die Erfolgsfaktoren von Spielfilmen im Kino und auf DVD nicht notwendigerweise dieselben. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass der Kinoerfolg zwar im Wesentlichen den DVD-Erfolg determiniert, jedoch auch die DVD-spezifische Vermarktung und händlerspezifische Effekte eine Rolle spielen. Zudem muss das „Timing-Game“ beherrscht werden: Der richtige Releasezeitpunkt der DVD muss so bestimmt werden, dass Einnahmen an der Kinokasse nicht kannibalisiert werden, die Marketinganstrengungen für den Kinorelease aber noch in den Köpfen der Konsumenten vorhanden sind.

Wer also Filme erfolgreich vermarkten will, wird schnell merken, dass Bauchgefühl selten zum Erfolg führt. Die zahlreich vorhandenen wissenschaftlichen Untersuchungen sollten dagegen gründlich unter die Lupe genommen werden.

Autor: Stefan Ferrara

Der Produktmarkt für Kinder und Jugendliche wächst ständig. Marketingfachleute haben schon lange erkannt, dass diese Zielgruppe großes Potential hat. Laut einer aktuellen Studie von Iconkids & Youth hatten die sechs- bis 19-Jährigen 2008 rund 23 Milliarden Euro direkt zur Verfügung. Hinzu kommt das Geld, das die Eltern für ihre Kinder ausgeben. Es lohnt sich also, die Zielgruppe direkt anzusprechen. Das Problem vieler Marketingverantwortlicher ist allerdings, dass sie nicht genau wissen, wie sie das tun sollen. Sie wissen schlichtweg nicht, wie Kinder und Jugendliche „ticken“. Und von Werbung in der Schule lassen sie vorsichtshalber die Finger, um sie sich nicht zu verbrennen.

Dabei gilt: Kinder und Jugendliche sind als potentielle Verbraucher nicht zu unterschätzen. Sie sind bereit, sich mit Marken auseinander zu setzen. Allerdings sollte Schulmarketing gut durchdacht, sensibel umgesetzt und vor allem glaubwürdig sein. Letzteres ist dabei besonders wichtig für eine erfolgreiche Ansprache. Denn Kinder und Jugendliche haben heutzutage ein viel stärkeres und kritischeres Markenbewusstsein als frühere Generationen. Das heißt, sie merken ziemlich schnell, wenn der Kontakt konstruiert und nicht authentisch ist. Daher stehen Marketingverantwortliche in der Werbeplanung vor einer großen Herausforderung: Nur der Einsatz von klassischen Werbekampagnen, PR-Maßnahmen oder Promotionaktionen führt nicht mehr zum Ziel.

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Kreative Alternativen müssen besonders unter dem Gesichtspunkt extrem heterogener Zielgruppen konzipiert werden. Was haben „Emos“, „Girlies“ oder „Punks“ gemeinsam? Die Antwort ist einfacher, als man zunächst vermutet: Sie alle müssen in die Schule gehen. Deswegen ist es Grundvoraussetzung, dass die Planer und auch Kreativen wissen, was gerade auf deutschen Schulhöfen angesagt ist. Oder: Sie holen sich jemanden ins Boot, der genau dieses Wissen hat. Da kommen Anbieter wie die Deutsche Schulmarketing-Agentur DSA youngstar ins Spiel, die bereits seit zwölf Jahren mittels des eigenen Jugendmagazins „voyeur“ einen direkten Draht zu der Dialoggruppe herstellt. Rund 325.000 Exemplare des Heftes werden bundesweit an deutschen Schulen verteilt,  die Themen zusammen mit jugendlichen Redakteuren konzipiert. Dadurch bleibt man ständig auf dem Laufenden über das, was die Zielgruppe bewegt.

Wenn sich Markenartikler für Schulmarketing-Kampagnen entscheiden, ist es also besonders wichtig, innovative und authentische Konzepte für die Positionierung der eigenen Marke zu entwickeln.

Ein gelungenes Beispiel stammt hier von dem Sportartikelhersteller NIKE, der zur Fußball-WM in Deutschland im Jahr 2006 insgesamt über 250 Fußballturniere an Schulen veranstaltete. Mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler haben damals die Marke NIKE hautnah direkt in der Schule erlebt. Die Gewinnermannschaft der Turnierserie durfte sogar die brasilianische Nationalmannschaft treffen und mit ihr trainieren. Die Begeisterung seitens der Lehrer und Schüler war riesig, die Kampagne damit ein voller Erfolg. Als kleines Dankeschön gab es sogar noch neue Sportbälle für die teilnehmenden Schulen.

Ein anderes erfolgreiches Konzept hat die Traubenzuckermarke Dextro Energy an Schulen umgesetzt: Da dem pädagogisch wichtigen Themenblock des „Lernen Lernens“ immer weniger Zeit in dem regulären Unterrichtseinheiten eingeräumt wird, hat Dextro Energy ein Konzept entwickelt, wie Schülern das Thema „Lernen“ wieder schmackhafter gemacht werden kann. Als Resultat ist ein Workshop entstanden, der von der Junior-Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger vor ganzen Klassenstufen veranstaltet wird und den Schülern wertvolle Gedächtnis- und Lerntechniken spielerisch vermittelt. Trotz einer Aufstockung der Termine konnten in den letzten Jahren nicht alle Schulanfragen nach diesem Workshop bedient werden, was wiederum zeigt: Ist Schulmarketing intelligent gemacht, bieten sich für Unternehmen ungeahnte Chancen der Zielgruppenansprache.

Werbung für Kinder und Jugendliche in der Schule muss also nicht per se problematisch sein. Vielmehr kann eine wertvolle Win-Win-Situation für Schule, Schüler und Unternehmen entstehen, von der letztlich alle Beteiligten profitieren. Schulen fehlt es oft an Geld, Unterrichtsmaterialien sind veraltet, Räumlichkeiten sanierungsbedürftig und Schulfeste können nur über Beiträge von Eltern realisiert werden. Hier ist es also naheliegend, dass Unternehmen sich in diesem Bereich engagieren, so wie es in Universitäten schon jetzt üblich ist. Der Mehrwert für Unternehmen liegt dabei auf der Hand: Schließlich bieten Schulen einen streuverlustarmen Weg, um die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen an Produkte und Marken heranzuführen und somit frühzeitig zu binden. Und auch der Nutzen für die Schulen lässt sich mittlerweile konkret beziffern: Alleine in den letzten drei Jahren hat die DSA youngstar die deutschen Schulen mit Collegeblöcken, Schulheften, Geodreiecken und anderen Ausstattungen im Gegenwert von knapp 8 Mio. Euro unterstützt.

Die Eventbeispiele von NIKE und Dextro Energy zeigen allerdings auch: Schulmarketing ist effizient, muss aber intelligent umgesetzt werden. Unternehmen sind somit gut beraten, sich einen Schulmarketingexperten an Board zu holen, um erfolgreiche Kampagnen durchzuführen und die komplexe Rechtslage – bedingt durch 16 unterschiedliche Landesschulgesetze – zu überblicken. Denn nur, wenn auch die Schulen einen konkreten Nutzen in den Schulmarketingkampagnen der Unternehmen sehen, werden sie langfristig und nachhaltig bereit sein, mit dem jeweiligen Unternehmen zusammen zu arbeiten.

Autor: André Mücke

…und der Realität.

Interessant, wie viel Wahrheit in so einer Karikatur stecken kann. Sieht euer Alltag ähnlich aus?

Wir freuen uns über spannende Erfahrungsberichte;)

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